Was ist lebenslanges Lernen? – Der ganzheitliche UNESCO-Ansatz

10. Januar 2011 at 7:16 pm Hinterlasse einen Kommentar

Vier Säulen des Lernens
European Lifelong Learning Indicators (ELLI) nutzt zur Einordnung und Kategorisierung von Indikatoren zum lebenslangen Lernen den theoretischen Rahmen, den die internationale UNESCO-Kommission für Bildung im 21. Jahrhundert unter Jacques Delors entwickelt hat. Deren 1996 veröffentlichter Bericht „Learning: The Treasure Within“ gliedert lebenslanges Lernen in vier Säulen: „Lernen Wissen zu erwerben“, „Lernen zu handeln“, „Lernen zusammen zu leben“ sowie „Lernen das Leben zu gestalten“ und integriert damit unter dem Dach des lebenslangen Lernens formale ebenso wie non-formale und informelle Lernformen. Der Ansatz bewies sich damit als besonders geeignet, um die bisher unzureichend empirisch beleuchteten non-formalen und informellen Lernprozesse in den Fokus zu nehmen, ohne die Komplementarität der Lernformen zu vernachlässigen.

Lernen Wissen zu erwerben
Lernen Wissen zu erwerben umfasst die Entwicklung von Fähigkeiten und Wissen, deren es bedarf, um sich in der Welt zurechtzufinden. Dazu gehören Lesen, Schreiben, kritisches Denkvermögen und Allgemeinbildung. Eine ausreichend breite Allgemeinbildung eröffnet die Möglichkeit, eine kleinere Zahl an Disziplinen vertieft zu studieren. In gewisser Weise heißt das auch: Das Lernen lernen, um aus den Gelegenheiten, die das lebenslange Lernen bietet, seinen Nutzen zu ziehen.

Lernen zu handeln
Lernen zu handeln bezieht sich auf den Erwerb anwendbarer Fertigkeiten. Damit sind häufig professionelle Qualifikationen gemeint, so etwa IT-Training, Management-Seminare oder berufliche Ausbildung. Erfasst werden sollen darüber hinaus auch Kompetenzen – d.h. Fähigkeiten die auf neue, häufig unvorhersehbare Situationen übertragbar sind.

Lernen zusammen zu leben
Lernen zusammen zu leben umfasst die Entwicklung von Werten wie Respekt und Empathie sowie die Förderung von sozialen und interpersonalen Kompetenzen. Es geht darum, ein interkulturelles und generationenübergreifendes Verständnis für die Mitmenschen, für ihre Geschichte, Traditionen und geistigen Werte zu entwickeln, um Konflikte gemeinsam friedlich zu lösen.

Lernen das Leben zu gestalten
Lernen das Leben zu gestalten bezieht sich auf Aktivitäten, die zur persönlichen Ent-wicklung von Körper, Geist und Seele beitragen. Dazu gehört es u. a., das Urteilsvermögen, die Eigenständigkeit und das persönliche Verantwortungsbewusstsein einer Person zu entwickeln. Um dies zu erreichen, darf keines der jedem Individuum innewohnenden Potentiale vernachlässigt werden. 

Quelle: http://www.elli.org/de/ueber-elli/das-elli-projekt.html

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Verpflichtung gegenüber Lernenden Erziehung zur Demokratie – schulischer Bildungsauftrag

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