Posts filed under ‘Bildungssystem’

Aspekte des Übergangs: Berufsorientierung und Ausbildung

In verschiedenen Videos werden zahlreiche Aspekte angesprochen. Die Videos können auch mit Schülerinnen und Schülern, z.B. im Rahmen der Praktikumsvorbereitung genutzt werden, um die Motivation für ein Praktikum und die Selbstverantwortung für die eigene Berufsorientierung zu verbessern.

Link: https://www.ueberaus.de/wws/interviews-bo-und-uebergang.php

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22. Juli 2017 at 12:55 pm Hinterlasse einen Kommentar

Digitale Schule – Besser lernen mit dem Tablet

Dieser Artikel liefert eine gute Problembeschreibung und Analyse des deutschen Bildungssystems. Allerdings werden die vorhandenen Umsetzungsprobleme nur am Rande thematisiert und die Ausgangsthese nicht in Frage gestellt. Digitales Lernen 4.0 ist nicht per se die Lösung und muss immer auch kritisch betrachtet werden.

Quelle:
http://www.fr-online.de/digital/digitale-schule-besser-lernen-mit-dem-tablet,1472406,34700200.html

4. September 2016 at 1:19 pm Hinterlasse einen Kommentar

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv sich anzustrengen.“ Erich Fromm (1900-1980, Psychoanalytiker)

Menschen brauchen Visionen. Visionen bringen Klarheit und Richtung in das Denken und Handeln. Visionen haben eine kraftvolle positive Herzenergie. Meine Vison ist der radikale Wandel unserer Lernkultur, ein Transformationsprozess unserer Bildungseinrichtungen. Lange schon und immer noch focussieren Bildungsverantwortliche in Deutschland auf die Verbesserung eines veraltetenen auf Wissenvermittlung und Selektion ausgerichteten Bildungssystems. Es ist an der Zeit, neu zu denken.

Um für die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorausschauende Lösungen zu finden, brauchen junge Menschen Teamkompetenz, Beziehungskompetenz, Handlungskompetenz und die Fähigkeit, mit Unsicherheiten und disruptiven Veränderungen und Scheitern produktiv umzugehen. Die tradierte Schule bietet dafür nicht den Nährboden. Immer noch sollen dort Schülerinnen und Schüler mit den Denkmustern von gestern auf die Welt von morgen vorbereitet werden.
Die Förderung von Autonomie, Selbstdenken, Urteilskraft, Persönlichkeitsstärke, Mut wird vernachlässigt, unser Schulsystem prägt einen Erfüllergeist.
Stattdessen brauchen wir junge Menschen mit Kreativität, Gestaltungs-Lust, Handlungs-Mut. Unternehmensgeist, Risikobereitschaft, Menschen mit Gemeinsinn, die Verantwortung übernehmen, global denken und lokal handeln.

Schulen (In Berlin-Brandenburg: rund 300 Tausend Schülerinnen und Schüler / 30 Tausend Lehrkräfte. In Deutschland: rund 11 Millonen Schülerinnen und Schüler / 800 Tausend Lehrkräfte) sind wirkmächtige Institutionen, die Einstellungen und Haltungen maßgeblich prägen. Haltung und Persönlichkeit sind Grundvoraussetzungen dafür, mit Herzkraft und Mut zu handeln.

Ohne radikales Neudenken wird es uns hier in Deutschland weiterhin an Visionen mangeln. Wir brauchen keine weiteren Reformen, sondern eine Transformation im Bildungssystem. Wir brauchen Mut zu Visionen. Wir müssen aus den Ketten tradierter Denkmuster und institutioneller Schranken ausbrechen. Wir brauchen die Zuversicht und den Willen, Dinge gemeinsam verändern zu können.

Meine Vision ist eine Schule der Potentialentfaltung, ein angstfreier Raum, geprägt von Gemeinschaftssinn, Verantwortungsbewusstsein und Innovationsgeist. Wir müssen unseren Kindern die Chance geben, ihre wunderbaren Potenziale zu entdecken und zu entfalten und Diversity als Schatz zu erleben. Sie haben die Visionen, die unsere Gesellschaft so dringend braucht.

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum hat viele Schulen inspiriert, ihre Visionen und ihre Freiheit zu nutzen. Vor allem unsere Schülerinnen und Schüler haben durch ihre Begeisterungsfähigkeit und authentische Überzeugungskraft die verschütteten Visionen in den Herzen der Menschen berührt und zum Leben erweckt. 2013 haben wir durch Fortbildungen und Besuche bereits über 18.000 Menschen persönlich erreicht. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gerald Hüther, Prof. Dr. Stephan Breidenbach habe ich außerdem im letzten Jahr die Initiative ‚Schule im Aufbruch’ gegründet. Aus dem gemeinsamen Wirken vieler Engagierter sind bereits 20 Regionalgruppen entstanden. Sie wirken alle tatkräftig mit, Schulen zu verändern.

Gesellschaftliche und politische Kraftakte gelingen, wenn die Vision stimmt. Das wusste auch Erich Fromm.

Margret Rasfeld, Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und Mitbegründerin der Initiative Schule im Aufbruch

Quelle:

http://www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de/zitat_november_2013.html

30. November 2013 at 3:53 pm Hinterlasse einen Kommentar

Erziehung zur Demokratie – schulischer Bildungsauftrag

Der Leitartikel von Frau Irle beschreibt den Bildungs- und Erziehungsstreit, hat aber indirekt auch die schulische Bildungs- und Erziehungsarbeit angesprochen. Wie sollen Schulen eine Erziehung zur Demokratie leisten, wenn gerade der Politikunterricht in neuen Lehrplänen reduziert wird und auch in der Praxis viele Politikstunden z.B. wegen Lehrermangel nicht mehr gehalten werden oder zu Gunsten von anderen Fächer gestrichen werden. Hinzu kommt, dass dieses wichtige Fach häufig von Quereinsteigern oder fachfremden Lehrkräften nebenbei unterrichtet wird, die meist nicht über die notwendige fachdidaktische oder universitäre Ausbildung verfügen. Wenn junge Menschen so gebildet unsere Schulen verlassen, dann braucht man sich über die Ümstande auf der Gorch Fock auch nicht mehr zu wundern.

Insofern beschreibt Frau Ilre in ihrer Analyse einen wunden Punkt unserer Gesellschaft, der für sich genommen nicht nachvollziehbar ist und Kopf schütteln verursacht, aber wiederum deutlich macht, wie scheinbar kleine Veränderungen an einer Stelle in unserer Bildungsgesellschaft sich plötzlich an ganz anderer Stelle negativ auswirken können und jeder sich fragt, wie konnte so etwas passieren.

Leitartikel von Frau Irle in der Frankfurter Rundschau vom 26.01.2011
Link:
http://www.fr-online.de/politik/meinung/kuscheln-oder-kuschen/-/1472602/7125276/-/index.html

31. Januar 2011 at 1:55 pm 1 Kommentar

Was ist lebenslanges Lernen? – Der ganzheitliche UNESCO-Ansatz

Vier Säulen des Lernens
European Lifelong Learning Indicators (ELLI) nutzt zur Einordnung und Kategorisierung von Indikatoren zum lebenslangen Lernen den theoretischen Rahmen, den die internationale UNESCO-Kommission für Bildung im 21. Jahrhundert unter Jacques Delors entwickelt hat. Deren 1996 veröffentlichter Bericht „Learning: The Treasure Within“ gliedert lebenslanges Lernen in vier Säulen: „Lernen Wissen zu erwerben“, „Lernen zu handeln“, „Lernen zusammen zu leben“ sowie „Lernen das Leben zu gestalten“ und integriert damit unter dem Dach des lebenslangen Lernens formale ebenso wie non-formale und informelle Lernformen. Der Ansatz bewies sich damit als besonders geeignet, um die bisher unzureichend empirisch beleuchteten non-formalen und informellen Lernprozesse in den Fokus zu nehmen, ohne die Komplementarität der Lernformen zu vernachlässigen.

Lernen Wissen zu erwerben
Lernen Wissen zu erwerben umfasst die Entwicklung von Fähigkeiten und Wissen, deren es bedarf, um sich in der Welt zurechtzufinden. Dazu gehören Lesen, Schreiben, kritisches Denkvermögen und Allgemeinbildung. Eine ausreichend breite Allgemeinbildung eröffnet die Möglichkeit, eine kleinere Zahl an Disziplinen vertieft zu studieren. In gewisser Weise heißt das auch: Das Lernen lernen, um aus den Gelegenheiten, die das lebenslange Lernen bietet, seinen Nutzen zu ziehen.

Lernen zu handeln
Lernen zu handeln bezieht sich auf den Erwerb anwendbarer Fertigkeiten. Damit sind häufig professionelle Qualifikationen gemeint, so etwa IT-Training, Management-Seminare oder berufliche Ausbildung. Erfasst werden sollen darüber hinaus auch Kompetenzen – d.h. Fähigkeiten die auf neue, häufig unvorhersehbare Situationen übertragbar sind.

Lernen zusammen zu leben
Lernen zusammen zu leben umfasst die Entwicklung von Werten wie Respekt und Empathie sowie die Förderung von sozialen und interpersonalen Kompetenzen. Es geht darum, ein interkulturelles und generationenübergreifendes Verständnis für die Mitmenschen, für ihre Geschichte, Traditionen und geistigen Werte zu entwickeln, um Konflikte gemeinsam friedlich zu lösen.

Lernen das Leben zu gestalten
Lernen das Leben zu gestalten bezieht sich auf Aktivitäten, die zur persönlichen Ent-wicklung von Körper, Geist und Seele beitragen. Dazu gehört es u. a., das Urteilsvermögen, die Eigenständigkeit und das persönliche Verantwortungsbewusstsein einer Person zu entwickeln. Um dies zu erreichen, darf keines der jedem Individuum innewohnenden Potentiale vernachlässigt werden. 

Quelle: http://www.elli.org/de/ueber-elli/das-elli-projekt.html

10. Januar 2011 at 7:16 pm Hinterlasse einen Kommentar

Verpflichtung gegenüber Lernenden

„Im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention hat sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, Kinder und Jugendliche vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen. Kinder dürfen nicht zur Beteiligung an rechtswidrigen sexuellen Handlungen verleitet oder gezwungen und für pornografische Darbietungen und Darstellungen ausgebeutet werden.“
Diese Position wird mit dem Verweis auf die Erklärung der Bildungsinternationale zum Berufsethos unterstützt.

Auszug aus der Erklärung der Bildungsinternationale zum Berufsethos
Im Bildungswesen Beschäftigte:

  • respektieren die in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Standards. Sie fördern deren Umsetzung für alle Kinder und respektieren ihre Inanspruchnahme, insbesondere im Kontext des Rechtes auf Bildung;
  • geben jedem Schüler/jeder Schülerin mit Blick auf deren Einzigartigkeit, Individualität und spezifischen Bedürfnisse Anleitung und Ermutigung zur Wahrnehmung ihres vollen Potenzials;
  • vermitteln den Schüler/innen und Studierenden das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, welche von gegenseitigem Respekt geprägt ist und welche zugleich jedem Einzelnen genug Raum lässt;
  • pflegen ihren Schüler/innen und Studierenden gegenüber einen Umgang auf der Ebene professioneller Beziehungen;
  • setzen sich für die Interessen und das Wohlergehen ihrer Schüler/innen und Studierenden ein und bemühen sich nach Kräften, sie vor Drangsalierungen und physischem oder psychischem Missbrauch zu schützen;
  • unternehmen alles, um ihre Schüler/innen und Studierenden vor sexuellem Missbrauch zu schützen;
  • gehen in allen Angelegenheiten, die das Wohlergehen ihrer Schüler/innen und Studierenden betreffen, mit der notwendigen Fürsorglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Vertraulichkeit vor;
  • helfen den Schüler/innen und Studierenden, Werte zu entwickeln, die den Maßstäben der internationalen Menschenrechte entsprechen;
  • setzen ihre Autorität auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Mitgefühl ein;
  • sorgen dafür, dass die privilegierte Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler/innen bzw. Studierenden auf keine Weise ausgenutzt wird, auch nicht zur religiös-spirituellen oder ideologischen Beeinflussung oder Kontrolle.

Quelle:
http://www.gew.de/Gewerkschaftliche_Perspektive_GEW-Positionen.html

3. August 2010 at 11:11 am Hinterlasse einen Kommentar

Besser als ihr Ruf: Bildungsmaßnahmen am Übergang Schule – Berufsausbildung

Sinnlose Warteschleife, „verlorene“ Zeit, Maßnahmekarrieren – dem Übergangssystem haften viele, überwiegend negative Eigenschaften an. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt jedoch, dass das Übergangssystem – bei aller berechtigten Kritik – besser ist als sein Ruf. Vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss können ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich verbessern, wenn sie eine Übergangsmaßnahme durchlaufen. Dies gilt insbesondere, wenn sie dort auch noch einen höherwertigen Schulabschluss erreichen. Für Realschulabsolventen/-innen entsteht der Vorteil, dass sie zum Beispiel mit dem Erwerb der Fachhochschulreife ihre Ausbildungsmöglichkeiten erweitern. Allerdings: Ihre Chancen, in eine vollqualifizierende Berufsausbildung einzumünden, erhöhen sich durch eine abgeschlossene Übergangsmaßnahme nicht nachweislich.

Schlussfolgerungen der BIBB-Studie:

  • Für Jugendliche, denen die für eine Ausbildung erforderlichen Voraussetzungen nicht durch die allgemeinbildende Schule vermittelt werden konnten, haben Bildungsmaßnahmen im Übergangssystem eine unverzichtbare Funktion. Dies gilt insbesondere für die berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit und das schulische Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Durch diese Maßnahmen werden diese Jugendlichen erst in die Lage versetzt, erfolgreich eine Berufsausbildung zu durchlaufen.
  • Für Jugendliche, die nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule noch einen höherwertigen Schulabschluss erreichen wollen, haben teilqualifizierende Bildungsgänge ebenfalls eine wichtige Funktion, die in vielen Fällen auch erfolgreich erfüllt wird. So erwirbt mehr als die Hälfte der Absolventen/-innen von teilqualifizierenden Berufsfachschulen – zum Beispiel Handelsschulen – einen höherwertigen Schulabschluss.
  • Allerdings: Wenn Jugendliche die erforderlichen Voraussetzungen für eine Berufsausbildung besitzen und eine solche auch anstreben, dann bedeutet ihre (unfreiwillige) Teilnahme an solchen Bildungsmaßnahmen nur eine Notlösung und „verlorene“ Zeit. Denn eine Anrechnung der Übergangsmaßnahmen auf eine nachfolgende Ausbildung erfolgt nur selten.

Für BIBB-Präsident Manfred Kremer kann eine Lösung nur darin liegen, diesen ausbildungs- und berufsreifen Jugendlichen unmittelbar eine vollqualifizierende Ausbildung zu ermöglichen. „Nur so können unnötige Warteschleifen vermieden werden.“ Solange aber nicht genügend betriebliche Ausbildungsplätze für diese Jugendlichen zur Verfügung stehen, wären öffentlich finanzierte, außerbetriebliche Ausbildungsmöglichkeiten und die Ausweitung vollqualifizierender Berufsausbildung an beruflichen Schulen – auch in den Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz – geeignete und notwendige Alternativen. „Alle Jugendlichen“, so Manfred Kremer, „müssen die Gewissheit haben, dass ihre Bildungsanstrengungen auch ohne Verzögerung in eine anerkannte Berufsausbildung führen. Ein frühzeitiger Bildungsausstieg aus Resignation, der mit hohen individuellen Lebensrisiken und beträchtlichen gesellschaftlichen Kosten verbunden ist, ist am Ende teurer als eine öffentlich finanzierte Berufsausbildung.“

Quelle:
http://www.bibb.de/de/52462.htm

8. Januar 2010 at 3:01 pm 1 Kommentar


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